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[ Ärzteinfo > Mikrobiologie > Gastrointestinale Infektionen ]

GASTROINTESTINALE INFEKTIONEN
  Erreger-Auswahl   Probenmaterial   Hinweise  
  Salmonellen/Shigellen
Yersinien
Campylobacter
EHEC (Verotoxin)
Clostridum difficile
Rota-,Adeno-,
Astroviren
Pilze, Amöben,Würmer
Lamblienzysten
Cryptosporidien

  Stuhl   Das Stuhlröhrchen mit Hilfe des zugehörigen Löffels ca. bis zur Hälfte füllen. In der Regel sollte Material von drei aufeinander folgenden Tagen untersucht werden. Ein einziges negatives Ergebnis ist von geringer Bedeutung. Kommt die Probe nicht am Entnahmetag zum Labor sollte die Lagerung im Kühlschrank erfolgen. Bei Verdacht auf Typhus/Paratyphus im Frühstadium sollte gleichzeitig eine Blutkultur angelegt werden. Da die Isolation des Erregers nicht in jedem Fall möglich ist, sollte bei weiter bestehendem klinischen Verdacht und negativem Stuhlergebnis eine Serologie auf Salmonellen, Yersinien und Campylobacter durchgeführt werden.

 
             
  Untersuchung auf Würmer und Wurmeier  
  Für die Diagnostik von Wurmeiern, Larven und Protozoen werden mindestens 3 Stuhlproben von aufeinander folgenden Tagen empfohlen. Verdächtige Elemente wie Würmer, Larven oder Bandwurmglieder (Beweglichkeit?) sollten in ein gesondertes Stuhlgefäß gebracht werden. In diesen Fällen sollte vor Eintreffen der Probe einer unserer Ärzte telefonisch informiert werden. Wurmeier im Stuhl werden ausgeschieden z.B. von Trichuris trichura, Askariden und Hakenwürmern (Ancylostoma duodenale und Necator americanus). Strongyloides stercoralis: Hier werden keine Eier sichtbar, da die Larven schneller schlüpfen. Enterobius vermicularis (Madenwurm, Oxyuren): Bei diesen Würmern erfolgt die Eiablage auf der Perianalhaut. Der Nachweis erfolgt durch Klebestreifen-Abklatschpräparat (z.B. Tesafilm) von der Perianalhaut. Tänien (Bandwürmer): Tänieneier gelangen nur spärlich in den Stuhl. Die Diagnose wird meist durch abgehende Proglottiden gestellt.

 
  Untersuchung auf Clostridium difficile-Toxin  
  Clostridium difficile gilt als wichtigster Erreger der Antibiotika-assoziierten Colitis. Die meisten Antibiotika, seltener auch Zytostatika, können dieses Krankheitsbild hervorrufen. Es sind alle Schweregrade von leichten Durchfällen bis zu profusen, wässrigen Diarrhoen mit schweren Allgemeinsymptomen möglich. Als Ursache gelten die Clostridium difficile-Toxine A und B, die außer einer Schleimhauttoxizität auch ein starke allgemeine Toxizität besitzen. Mit Hilfe eines Immunoassays können Toxin A und B im Stuhl nachgewiesen werden. Sollten Sie V.a. Antibiotika-bedingte Durchfälle haben, bitten wir um Einsendung einer Stuhlprobe mit dem Hinweis, dass der Patient antibiotisch behandelt wurde.

 
  Definierter Untersuchungsauftrag  
  Bei Zielaufträgen zur Stuhldiagnostik werden nur die angeforderten Erreger bestimmt. Dies ist sinnvoll, wenn Vorbefunde vorliegen oder eine gezielte Umgebungsuntersuchung notwendig ist. In diesen Fällen sollte ein definierter Untersuchungsauftrag (z.B. „Salmonellen”, „Shigellen ”, „EHEC”, „Rotaviren”) erteilt werden. Nachstehend sind die Untersuchungsspektren der häufigsten Anforderungen aufgeführt:

 
  Anforderung   Untersuchungsspektrum      
  „pathogene Bakterien”   Salmonellen, Shigellen, Campylobacter, Yersinien, enterohämorrhagische E.coli (EHEC)
Bei Kindern bis zum 3. Lebensjahr zusätzlich Dyspepsie coli

 
  „pathogene Keime”   Untersuchungsspektrum wie oben, jedoch zusätzlich Pilzkultur

 
  „pathogene Erreger”   Salmonellen, Shigellen, Campylobacter, Yersinien, EHEC, Pilze
Bei Kindern bis zum 3. Lebensjahr zusätzlich Dyspepsie coli, Rotaviren, Adenoviren, Astroviren

 
  „TPE”   Untersuchungsspektrum wie bei der Anforderung „pathogene Erreger“, jedoch ohne Pilze

 
  „Würmer, Wurmeier, parasitäre Elemente”  

Mit dem M.I.F.-Verfahren (Merthiolate-Iodine-Formaldehyde-Concentration) werden Wurmeier, Wurmlarven und Protozoen(z.B. Amoeben-, Lamblienzysten) erfasst.

 
  „Clostridien”  

Bitte gezielt anfordern, besonders bei rezidivierenden Durchfällen nach Antibiotika-Therapie
 

 
         
 
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