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[ Ärzteinfo > Molekularbiologie > Chlamydien-Infektionen ]
CHLAMYDIEN-INFEKTIONEN
  Allgemeines   Untersuchungsmaterial  
  Chlamydien sind intrazelluläre Bakterien, von denen 3 Arten humanpathogene Bedeutung haben: Chlamydia psittaci, der Erreger der Ornithose (Papageienkrankheit, Ornithose), Chlamydia pneumoniae, ein Erreger atypischer Pneumonien und Chlamydia trachomatis, Erreger des Trachoms sowie der wahrscheinlich häufigste Erreger sexuell übertragbarer Erkrankungen mit einer Inzidenz von ca. 300.000 pro Jahr in Deutschland.

Die durch eine C. trachomatis-Infektion hervorgerufenen Symptome sind vielfältig. Bei Frauen treten Zervizitis, Endometritis und Salpingitis auf. Die oft symptomarm verlaufenden Erkrankungen können zur Sterilität führen. Im Verlauf von Schwangerschaft und Geburt ist die Übertragung von infizierten Müttern auf die Kinder mit anschließender Neugeborenenkonjunktivitis oder -pneumonie von Bedeutung. Bei Männern bewirkt C. trachomatis eine nicht-gonorrhoische Urethritis, mögliche Komplikationen sind Prostatitis und Epididymitis.

Wie bei allen sexuell übertragbaren Erkrankungen sollte bei positivem Befund der Sexualpartner untersucht und eventuell behandelt werden. Therapeutika der ersten Wahl bei allen Chlamydien-Infektionen sind Tetracycline und Erythromycin, als Alternative stehen Sulfonamide zur Verfügung.


  Bei Verdacht auf chronische oder abgelaufene Infektion 2 ml Serum zum Antikörpernachweis.
Achtung: Für EIA und PCR sind unterschiedliche Abstrichröhrchen erforderlich!
Die Proben sind einen Tag bei Raumtemperatur und mehrere Tage im Kühlschrank haltbar.
 
  Indikationen und diagnostisches Vorgehen      
  C. psittaci, C. pneumoniae:
Bei Verdacht auf akute oder chronische Infektion serologischer Antikörper-Nachweis (EIA), Direktnachweis unmöglich.

C. trachomatis:
Bei Verdacht auf akute Infektion Direktnachweis mittels PCR oder EIA.
Die Routineverfahren zur Diagnose von C. trachomatis-Infektionen (EIA) sind bezüglich Sensitivität und Spezifität problematisch. Mit Einführung der PCR (Polymerase-Ketten-Reaktion) in die Routinediagnostik ist hier eine entscheidende Verbesserung erreicht worden. Falsch positive Befunde durch Keime der Standortflora treten ebenso wenig auf wie falsch negative Befunde bei nur geringem Befall bzw. nur wenig Abstrichmaterial.
      
         
 
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