Moderne biologische Techniken haben in den letzten Jahren zu neuen Erkenntnissen in der Pathogenese von Leukämien geführt und damit auch die Grundlage für eine bessere Charakterisierung von Leukämien und leukämischen Lymphomen gelegt. Neben der klassischen morphologischen Analyse sind cyto- bzw. molekularbiologische und immunphänotypische Untersuchungen mittlerweile ein unverzichtbarer Bestandteil in der Leukämiediagnostik geworden. Ursachen der Leukämien sind meistens Mutationen, chromosomale Deletionen und Translokationen. Untersuchungen auf genetische Anomalien helfen bei der Klassifizierung und Prognosestellung von Leukämiearten. Sehr hilfreich bei der Klassifizierung und dem Therapiemonitoring ist auch die Immunphänotypisierung, bei der stufendiagnostisch das Vorhandensein bestimmter Antigene eine nährere Charakterisierung ermöglicht. So haben diese Techniken zu einer neuen, weltweit akzeptierten Einteilung von Leukämien - der WHO- bzw. REAL-Klassifikation - geführt, die die alten konkurrierenden und nicht kompatiblen Einteilungen abgelöst hat. Die neue Einteilung integriert die Merkmale von Klinik, Morphologie, Genotyp und Immunphänotyp.
Als praktische Entscheidungshilfe, welche Laboruntersuchungen sinnvoll sind, empfehlen wir die standardisierten Konsensusprotokolle, die im Labor angefordert werden können (Herr Dipl. Biol. W. Göcke).
3 ml EDTA-Blut für Mutationsuntersuchungen
10 ml Li-Heparin-Blut für Chromosomenuntersuchungen
10 ml Heparin-Blut für Immunphänotypisierungen/ Lymphozytendifferenzierung