Aufgrund von Fortschritten im Bereich der Immunologie konnte die mikroskopisch-morphologische Charakterisierung von hämatopoetischen Zellen mittels Immunphänotypisierung und anschließender durchflußzytometrischer Analyse entscheidend verbessert werden.
Die Verwendung “geclusterter” (CD=Cluster of differentiation) monoklonaler Antikörper, die definierte zelluläre Antigene erkennen in Verbindung mit der mehrparametrigen Analysetechnik des Duchflußzytometers erlaubt heute eine eindeutige Klassifizierung und Quantifizierung der verschiedenen Zellsubpopulationen, die rein morphologisch nicht unterscheidbar sind. Diese Methode wird seit Jahren in der Routine angewendet, so z.B. bei der Abklärung unklarer Abwehrschwächen oder unklarer Leukozytosen bzw. -penien.
Ein Hauptanwendungsgebiet ist die Bestimmung der Zahl der CD4 positiven T-Helferzellen bei der HIV-Erkrankung. Sie ist neben der Viruslastbestimmung ein verläßlicher Parameter für die Verlaufs- und Therapiekontrolle. Weitere prognostisch wichtige Lymphozytenpopulationen bei dieser Erkrankung sind die aktivierten T-Zellen und die CD38 positiven T-cytotoxischen/Suppressorzellen. Die quantitativen Verläufe dieser beiden Zellpopulationen zeigen typische Muster während der einzelnen Stadien der HIV-Erkrankung.
Die Bestimmung der zellulären Bestandteile der bronchoalveolären Lavage ist hilfreich bei der Diagnostik und Verlaufskontrolle pulmonaler Erkrankungen wie z.B. der Sarkoidose (CD4 T-Zell-Alveolitis) oder der allergischen Alveolitis (CD8 T-Zell-Alveolitis).
Ein weiterer Schwerpunkt der Durchflußzytometrie liegt auf dem Gebiet der HLA-Diagnostik (z.B. HLA-B27) zur Unterstützung der Diagnose bei den Spondylarthritiden. Neben der einfach durchzuführenden HLA-B27 Bestimmung gewinnt der Nachweis von HLA-DR4 für die Beurteilung der Prognose der rheumatischen Arthritis oder des Diabetes mellitus Typ I zunehmend an Bedeutung. Letztere Erkrankung ist auch mit dem HLA-Antigen DR3 assoziert, welches ebenfalls durchflußzytometrisch nachgewiesen werden kann.
3 ml EDTA-Blut für die Standard-Lymphozytendifferenzierung
10 ml Heparin-Blut für HLA-B27, HLA-B7, HLA-DR3 oder HLA-DR4
50 ml gut gemischtes Lungen-Lavagematerial (Röhchen können bei uns angefordert werden) pro 100 ml instillierter Lungen-Lavage, bis zum Transport bei 4°C lagern. Proben müssen am Tag der Entnahme gekühlt versandt werden.