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[ Patienteninfo > Schwangeren-Vorsorge ]
  SCHWANGEREN-VORSORGE

Leistung der gesetzlichen
Krankenversicherungen

• bis zur 32. Schwangerschaftswoche
alle vier Wochen, danach alle zwei
Wochen eine frauenärztliche
Untersuchung
• 3 Ultraschall-Untersuchungen
• Labortest (Blut): Blutgruppe,
Rhesusfaktor, Hämoglobin,
Chlamydien, weiße Blutkörperchen,
Syphilis, Röteln, Hepatitis B,
HIV
• Der Toxoplasmosetest ist nur bei
Verdacht auf frische Infektion eine
Kassenleistung.
• Labortest (Urin): Eiweiß, Zucker,
Sediment

Empfohlene Individuelle
Gesundheits-Leistungen (IGeL)

• ein Toxoplasmose-Test
• ein Triple-Test

  Neben frauenärztlichen und Ultraschall-Untersuchungen sieht die Schwangeren-Vorsorge eine Vielzahl von Labortests vor, die Risiken in der Schwangerschaft erkennen oder ausschließen. Blutgruppe, Rhesusfaktor und Hämoglobin werden bestimmt. Die Gebärmutter wird auf Chlamydien untersucht, weiße Blutkörperchen werden gezählt und Urinanalysen durchgeführt. Das Blut wird zudem auf Antikörper gegen verschiedene Infektionskrankheiten untersucht: Syphilis, Röteln, Hepatitis B und HIV. Diese Tests bezahlen die Krankenkassen. Wir empfehlen zwei weitere Laboruntersuchungen: die Untersuchung auf eine Toxoplasmose-Infektion sowie eine Untersuchung, ob ein erhöhtes Risiko besteht, ein Kind mit Morbus Down (Mongolismus) zu bekommen.

Toxoplasmose – was ist das?
Toxoplasmose ist eine häufige Infektionskrankheit, ausgelöst durch einen Parasiten. Sie kann zu grippeähnlichen Symptomen und Lymphknoten-schwellungen führen, verläuft häufig aber völlig unbemerkt. Einmal infiziert verbleiben die Erreger im Körper und verleihen lebenslange Immunität. Am häufigsten übertragen Katzen den Toxoplasmose-Erreger über ihren Kot. Auch der Verzehr von rohem oder nicht ausreichend erhitztem Fleisch – insbesondere von Schweine- und Schaffleisch – ist ein weiterer Übertragungsweg. Toxoplasmose ist für Nichtschwangere eine meist harmlose Erkrankung, die ohne Folgen ausheilt. Eine Infektion mit Toxoplasmen während der Schwangerschaft birgt jedoch Risiken: Es kann zu Fehl- oder Totgeburten oder zu schweren Schädigungen – insbesondere des kindlichen Gehirns – kommen. Möglicherweise machen sich diese Beeinträchtigungen erst nach vielen Lebensmonaten bemerkbar.

Toxoplasmose: So können Schwangere sich schützen
Zunächst sollten Schwangere über einen Labortest abklären, ob sie – wie fast jeder zweite Erwachsene – immun gegen den Toxoplasmose-Erreger sind. Sollte dies nicht der Fall sein, müssen die Frauen eine strikte Hygiene einhalten: den Kontakt mit Katzen vermeiden, auf den Verzehr von rohen Fleischprodukten verzichten, Garten- und Feldgemüse gründlich waschen. Tritt eine Infektion während einer Schwangerschaft auf, ist eine medikamentöse Behandlung nach den Therapie-Richtlinien des Robert-Koch-Instituts notwendig, um Missbildungen beim Kind zu vermeiden.


Der Toxoplasmose-Test
Der Toxoplasmose-Test ist allen Frauen, die nicht wissen, ob sie immun gegen den Erreger sind, zu empfehlen. Insbesondere Frauen, die eine Kinderwunsch-Behandlung anstreben, die bereits eine belastete Schwangerschaft durchlebt oder ein geschädigtes Kind geboren haben, sollten sich testen lassen. Wir führen einen Toxoplasmaantikörper-Suchtest, der beim Paul-Ehrlich-Institut (Bundesamt für Sera und Impfstoffe) zugelassen ist, durch.

Das Down-Syndrom
Von 700 Frauen bekommt eine Frau ein Kind mit Down-Syndrom – auch als Trisomie 21 oder Mongolismus bekannt. Diese genetische Erkrankung – ausgelöst durch ein überzähliges Chromosom im Zellkern – hat erhebliche Auswirkungen auf die körperliche und geistige Entwicklung eines Kindes. Ab dem 35. Lebensjahr der Mutter steigt die statistische Wahrscheinlichkeit, ein Kind mit Down-Syndrom zu bekommen, erheblich an. Ihr individuelles Risiko können werdende Mütter durch die Bestimmung von drei Blutwerten – durch den so genannten Triple-Test – einschätzen. Hierdurch werden etwa zwei Drittel aller Down-Syndrom-Schwangerschaften erkannt, absolute Sicherheit vermittelt der Test nicht. Dies kann nur eine Chromosomen-Analyse erreichen. Diese ist jedoch im Gegensatz zum Triple-Test mit Risiken für das Ungeborene verbunden.

Der Triple-Test
Der Triple-Test wird in der Regel in der 14. bis 19. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Mit diesem Test wird neben dem Trisomie 21-Risiko auch der Neuralrohrdefekt („offener Rücken“) abgeklärt. Hierbei handelt es sich um eine Schädigung des zentralen Nervensystems, die unterschiedlich stark ausgeprägte Fehlbildungen zur Folge haben kann. Beim Triple-Test werden die Serumspiegel von Alpha-Feto-Protein (dem Marker für Verschlussstörungen des Nervensystems beim Fetus), vom humanen Choriongonadotropin („dem“ Schwangerschaftshormon) und vom Hormon Östriol bestimmt.

 
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