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SEXUELL ÜBERTRAGBARE KRANKHEITEN |
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Leistung der gesetzlichen Krankenversicherungen |
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Nur bei begründetem Krankheits- oder Infektionsverdacht übernehmen die gesetzlichen Krankenversicherungen Blutuntersuchungen auf HIV-Antikörper, das Hepatitis B-Antigen, Syphilis-Antikörper oder Chlamydiengenmaterial |
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Empfohlene Individuelle Gesundheits-Leistungen (IGeL) |
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HIV: Blutuntersuchung auf Antikörper gegen das HIV-Virus mit einem vom Paul-Ehrlich-Institut zertifizierten Screeningtest
Hepatitis B: immunologischer Nachweis oder Ausschluss von HbsAg (Hepatitis B surface Antigen, einem Bestandteil der Viruswand) im Blut mit einem vom Paul-Ehrlich-Institut zertifizierten Screeningtest
Syphilis: Blutuntersuchung auf Antikörper gegen Bakterienwandbestandteile mit einem vom Paul-Ehrlich-Institut zertifizierten Screeningtest, dem so genannten Treponema-pallidum-Hämagglutination-Test (TPHA-Test)
Chlamydien: Untersuchung vom ersten Morgenurin auf Chlamydiengenmaterial mittels molekularbiologischer Verfahren
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Wer wünscht sich nicht ein sexuell erfülltes Leben – ohne Angst vor unerwünschten Folgen? Ein offener Umgang mit dem Partner spielt dabei eine ebenso große Rolle wie ein verantwortungsbewusster Umgang mit dem eigenen Körper. Verschiedene Infektionskrankheiten werden durch Bakterien oder Viren bei sexuellen Kontakten übertragen. Deshalb empfiehlt sich besonders vor dem Eingehen einer neuen Beziehung der Ausschluss der häufigsten bzw. schwerwiegendsten sexuell übertragbaren Krankheiten bei beiden Partnern.
HIV Zwar haben die AIDS-Forschung und die Behandlung von HIV-Infektionen in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Mangelnde Aufklärung in den Dritte-Welt-Ländern und gleichzeitig der falsche Eindruck, in den Industrieländern habe man durch verbesserte Behandlungsmethoden das Problem unter Kontrolle, behindern jedoch die AIDS-Prävention. Gegen AIDS gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel. Hinzu kommt, dass eine Infektion mit HIV (engl. Human Immundeficiency Virus oder humanes Immunschwäche Virus) zunächst unbemerkt verläuft. Erst an deren Ende steht die Immunschwäche-Erkrankung AIDS mit ihren schweren Symptomen. Infektionsweg ist die Übertragung von Blut – in erster Linie durch Körpersekrete (Sperma, Vaginalsekret) oder durch verunreinigte Spritzen. Mit einem Bluttest können Sie sicher gehen, dass Sie keine anderen Menschen gefährden. Allerdings wird der Test erst vier bis sechs Wochen nach einem möglichen Ansteckungstermin positiv. Sie können den Test auch anonym einreichen.
Hepatitis B Die Hepatitis B (infektiöse Gelbsucht) wird meist über Sexualkontakte und verunreinigte Spritzen, aber auch durch Piercing oder Tätowieren bei unzureichenden Hygienestandards übertragen. Auch andere Übertragungswege kommen gelegentlich vor: durch Bluttransfusionen oder bei der Geburt. Die Erkrankung verläuft oft unbemerkt. Neben der Gelbfärbung der Haut und vielen Allgemeinsymptomen (z. B. Kreislaufprobleme, Übelkeit, Durchfall, allgemeine Schwäche oder auch psychische Reaktionen) gibt es bei der Hepatitis B auch seltene, hochgefährlich verlaufende akute Erkrankungen mit der gefürchteten Leberzirrhose oder einem Leberzellkarzinom als Folge. Nur eine Schutzimpfung gegen Hepatitis-B Viren kann wirksam schützen und ist daher sehr zu empfehlen.
Syphilis Syphilis ist eine ansteckende bakterielle Geschlechtskrankheit. Nach Einführung der Antibiotika ist die Häufigkeit in den westlichen Industriestaaten kontinuierlich zurückgegangen. Ohne Behandlung ist der Verlauf allerdings sehr gefährlich. Es beginnt mit einem meist schmerzlosen Haut-Geschwür im Genitalbereich. Wochen bis Monate später kommt es – oft begleitet von einem allgemeinen Krankheitsgefühl – im Einzelfall zu sehr unterschiedlich aussehenden Hautausschlägen, die am ganzen Körper auftreten und vielen anderen Hauterkrankungen (z. B. Allergien, Akne, Warzen, Schuppenflechte, Masern) ähneln können. Unbehandelt können sich im Spätstadium nach vielen Jahren Herzinsuffizienz, Lähmungen, chronische Schmerzzustände und psychische Erkrankungen entwickeln. Zeitweise kann der Betroffene völlig beschwerdefrei sein, bis die Erkrankung nach Jahren wieder aufflammt. Insbesondere Menschen, die Sex mit wechselnden Partnern haben, sollten regelmäßig ihr Blut auf Syphiliserreger untersuchen lassen, da in Deutschland die Anzahl der Syphilisfälle in den letzten zwei Jahren deutlich angestiegen ist.
Chlamydien-Infektion Da eine Infektion des unteren weiblichen Genitaltrakts mit Chlamydia trachomatis vielfach symptomarm verläuft, wird sie häufig nicht erkannt und deshalb auch nicht behandelt. Dabei sind Chlamydien die häufigsten sexuell übertragbaren bakteriellen Erreger in den westlichen Industrieländern. Auch wenn diese Infektion nicht lebensbedrohlich ist, besteht die Gefahr einer aufsteigenden Infektion und damit die Entwicklung einer Eileiterentzündung. Diese kann Unfruchtbarkeit als Folge haben. Auch die Fruchtbarkeit von Männern ist durch Chlamydieninfektionen bedroht. Unbehandelt drohen Entzündungen von Nebenhoden und Samenkanälchen. Zur Prophylaxe der weiblichen und männlichen Sterilität empfehlen wir die Untersuchung durch einen Chlamydientest. |
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